Frau M. schrieb Mitte Februar, kurz vor halb zehn Uhr abends, und ihr Mail hatte diese seltene Ordnung, die einem die Arbeit leicht macht: Fahrzeugtyp genannt,…
Wie alles begann
Frau M. schrieb Mitte Februar, kurz vor halb zehn Uhr abends, und ihr Mail hatte diese seltene Ordnung, die einem die Arbeit leicht macht: Fahrzeugtyp genannt, Baujahr, zwei Aguti-Stühle mit Rücken- und Armlehne, eine Doppelsitzbank mit Kopfstützen und seitlicher Sitzverlängerung, dazu die dekorative Blende. Vier Fotos, gestochen scharf, jedes einzeln benannt. Und am Schluss zwei Fragen, die zusammengehören wie Deckel und Topf: Ob das rundum in robustem Echtleder möglich sei, und wie lange es dauern würde.


Beratung und Vorbereitung
Bei Wohnmobilen beginnt jedes Projekt mit einem Widerspruch. Leder soll schön sein, soll aber auch die Sonne durch die grossen Seitenfenster aushalten, soll nicht knarzen beim Lenken, soll keine Sonnencremeflecken zeigen und – das ist der Punkt, an dem wir zweimal hinschauen – die Gurte dürfen in ihrer Funktion nicht gestört werden. Bei den Kapitänsstühlen treten die Sicherheitsgurte seitlich durch die Polster. Wer da einfach einen neuen Bezug drüberzieht, verdeckt eine Führung, und was im Alltag unsichtbar bleibt, ist im Ernstfall ein Problem. Also haben wir die Durchlässe einzeln ausgemessen, die Schlitze verstärkt und die Nähte zweifach gelegt, bevor ein einziges Stück Leder zugeschnitten war.


Die Entscheidung
Gewählt wurde ein pigmentiertes Bezugsleder mit feiner Narbung in Schiefergrau, Scheuertouren weit über dem, was ein Wohnmobil innen verlangt, dazu ein passendes Garn in Anthrazit. Die Kopfstützen bekamen eine schmale Steppung, weil ihre ursprünglichen Bezüge nach sieben Jahren Fahrt so glatt waren wie ein Kissenbezug. Die Sitzverlängerung der Bank wurde in zwei Zonen gepolstert: vorn weich für die Oberschenkel, hinten stramm für lange Etappen.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Für die Dauer nannten wir drei Wochen, und dabei blieb es – Abholung, Zerlegeprotokoll, Fertigung, Montage, Probefahrt. Frau M. holte das Fahrzeug an einem Freitag im März ab, fuhr mit ihrem Mann über den Splügen und schickte vom Pass ein Foto: die neue Bank im Gegenlicht, zwei Becher Kaffee auf dem Tisch, und die handschriftliche Notiz auf der Rückseite des Abholscheins, die wir im Rahmen behalten haben – «von innen sieht es aus wie ein neues Mobil».

Was Sie daraus mitnehmen können
Ein Camper lebt von seinem Platzangebot. Passgenaue Polster nach Schablone nutzen jeden Zentimeter, und Materialien, die Feuchtigkeit vertragen, halten länger. Schicken Sie uns Fotos und Masse, wir erstellen eine unverbindliche Offerte.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Camper Polsterung bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















