Fünf Fotos, alle ein wenig zu nah heran, und eine einzige Zeile dazu: «Das Leder drumherum sieht noch gut aus.» Am Telefon hatte Verena R.
Wie alles begann
Fünf Fotos, alle ein wenig zu nah heran, und eine einzige Zeile dazu: «Das Leder drumherum sieht noch gut aus.» Am Telefon hatte Verena R. es am Tag vorher schon erklärt. Sie habe sich an einem Sonntag einfach noch einmal in ihre Chaiselongue fallen lassen, und dabei sei ihr aufgefallen, dass die Sitzfläche inzwischen fast bis auf den Rahmen durchgeht.



Beratung und Vorbereitung
Im Workshop wussten wir nach einem Blick auf die Bilder, was sie meint. Der Korpus war ein schönes, honigbraunes Anilinleder, gereift und mit diesem warmen Glanz, den man künstlich nicht hinbekommt. Nur die Mitte hatte aufgegeben: Das Leder lag wellig, die Nähte waren gedehnt, und darunter arbeiteten alte Gummigurte, die über die Jahre ihre Spannung verloren hatten. Genau das ist der Fall, bei dem ein Neubezug des ganzen Möbels schade wäre.


Die Entscheidung
Wir offerierten deshalb einen Eingriff mit klarer Grenze. Die Sitzfläche wurde komplett abgetrennt, das Innenleben geöffnet und die Bespannung bis zum Holzrahmen zurückgebaut. Wir setzten neue, enger gesetzte Gurte ein, legten hochelastischen Polsterschaum darüber und fassten alles in ein Leder aus unserem Lager, dessen Ton dem alten so nahe kommt, dass man den Unterschied im Tageslicht nach vier Wochen kaum noch sieht. Die Ränder des Korpus blieben unangetastet; nur wo wir neu ansetzten, schlossen wir die Nähte in derselben Stichlänge wie beim Original. Dazu ein Angebot für den Transport, denn ein Möbel dieser Grösse fährt nicht im Kombi.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Für die Abholung kam unser Team an einem Dienstagmorgen, deckte das Stück im Auto komplett zu und brachte es zwei Wochen später zurück in den Raum mit der grosszügigen Fensterfront und dem Bambus draussen. Beim Hinstellen sagte Verena R. zuerst gar nichts. Sie strich mit der Hand über die neue Fläche, setzte sich hin, wartete einen Moment – und lächelte, weil nichts mehr nachgab. Der Hund legte sich dazu, als wäre nichts gewesen.



Rückgabe und Fazit
Es sind diese halben Arbeiten, bei denen man am meisten zurückgeben kann: ein Möbel, das bleiben durfte, weil man nicht das Ganze verworfen, sondern nur die müde gewordene Stelle erneuert hat.

Was Sie daraus mitnehmen können
Bei der Stoffwahl zählt nicht nur die Farbe: Scheuertouren, Pflegeaufwand und Lichtechtheit entscheiden, wie lange der neue Bezug schön bleibt. Gerne zeigen wir Ihnen Muster und beraten Sie, welcher Stoff zu Ihrer Nutzung passt.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Neubezug bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















