Manchmal kommt eine Anfrage in zwei Sätzen, und beide sind fachlich richtig. Herr W.
Wie alles begann
Manchmal kommt eine Anfrage in zwei Sätzen, und beide sind fachlich richtig. Herr W. schrieb, bei sechs Stuhlpolstern sei die Polsterung ausgesessen, und die Gurte möchte er gestrafft haben. Kein Wort zu viel, kein Foto von einem neuen Wunschmöbel — einfach die Diagnose von jemandem, der selbst lange genug auf diesen Stühlen gesessen hat.


Beratung und Vorbereitung
Es war ein sechsteiliger Satz aus den Siebzigern, Gestell aus Nussbaum, die Sitze als eingesetzte Polsterplatten. Beim Durchklopfen zeigte sich, was Herr W. vermutet hatte: Der Schaum hatte an den vorderen Kanten zwei, drei Zentimeter verloren, und die elastischen Bespannungsgurte darunter waren so müde geworden, dass sie sich wie ein Gummiband anfühlten, das zu oft getragen wurde. Zwei Stühle kippten leicht, weil sich die Leisten gelöst hatten, an denen die Gurte mit Tackernägeln sitzen. Genau das ist der Punkt, an dem ein Stuhl nicht unbequem wird, sondern unruhig.

Die Entscheidung
Neue Bezüge haben wir bewusst nicht vorgeschlagen, weil die alten noch gut waren — ein Vorteil der Arbeit am Polster, den man leicht übersieht: Man kann die Hülle abnehmen, das Innere neu aufbauen und das Gewebe wieder aufziehen, solange es hält. Die Bezüge kamen also ab, wurden gereinigt und beiseite gelegt. Statt der alten Bänder zogen wir neue elastische Gurte in zwei Richtungen, setzten die Leisten wieder plan fest und leimten die Ecken nach. Auf die Federung kam eine Lage Formschaum, darüber ein Vlies, das die Kante weicher auslaufen lässt als der nackte Schaum. Weil wir alle sechs Sitze auf einmal bearbeiteten, konnten wir die Höhe der Polster gegeneinander abgleichen — so steht am Ende nicht einer höher als die andern.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Wir hielten uns an das, was wir telefonisch besprochen hatten, und nach vier Tagen standen alle sechs Stühle wieder im Esszimmer. Frau W. rief eine Woche später an und sagte einen Satz, den wir oft hören, wenn man nichts am Aussehen geändert hat: Man sitze wieder wie früher, nur sei das Frühere jetzt endlich weg.




Was Sie daraus mitnehmen können
Bei Massanfertigungen entscheiden Millimeter. Wer uns Masse mit Skizze und Foto schickt, spart Rückfragen und bekommt eine genauere Offerte. Wir klären Schaumstoff, Härtegrad und Bezug vorab mit Ihnen ab, damit das fertige Stück sitzt wie gedacht.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Massanfertigung bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















