Simone schrieb kurz: Ob man diese Polstergruppe reparieren könne, und was es mit Abholen und Bringen koste.
Wie alles begann
Simone schrieb kurz: Ob man diese Polstergruppe reparieren könne, und was es mit Abholen und Bringen koste. Das Foto zeigte die Antwort schon: ein Chesterfield-Rücken in Flaschengrün, die klassische Heftung mit den tiefen Knöpfen, und mitten in einer Raute ein hellbeiges, aufgerauptes Loch, wo die Narbenschicht abgegangen war und das Wildleder darunter zum Vorschein kam.

Beratung und Vorbereitung
Wir antworteten mit dem, was wir bei altem Leder immer antworten: möglich ist es, aber wenn das Leder alt und trocken ist, müssen wir wahrscheinlich alles neu überziehen. Sie schrieb zwei Tage später zurück, höflich und bestimmt. Das wolle sie nicht. Der Rest des Sofas sei intakt, es gehe nur um den Bereich mit dem Loch.

Die Entscheidung
Und damit begann die eigentliche Arbeit, nämlich die am Kompromiss. Ein Neubezug der ganzen Gruppe wäre die sichere Lösung gewesen, aber nicht die richtige: Die Farbe dieses Chesterfields sitzt nicht oben auf, sie ist in zwanzig Jahren entstanden, aus Licht, Wolldeckeln und Händen. Kein neuer Bezug dieser Welt hätte zu den Armlehnen gepasst, die niemand angefasst hatte. Also suchten wir den dritten Weg. Wir tauschten nicht das Sofa, sondern das Rückenkissen.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Ende April holten wir die Gruppe ab und brachten sie am selben Abend zurück, das Kissen blieb im Auto. In der Werkstatt trennten wir die Heftung auf, zogen die Knopflöcher einzeln aus dem Rahmen und legten die Federung frei. Das alte Grün kam herunter, wir schnitten aus einem passenden Fell ein Stück mit derselben Rautengrösse, färbten es in drei dünnen Schichten und stellten die Narbung mit einer Pressform her. Dann die Heftung: sieben Knöpfe, jeder neu gesetzt, jeder mit der alten Spannung, damit die Mulden wieder so fallen, wie sie gefallen sind.
Rückgabe und Fazit
Beim Anpassen des Farbtons half eine Kleinigkeit. Simone hatte uns erlaubt, ein Stückchen des alten Rückens zu behalten – es lag später unter unserer Mischkarte, und der Ton, den wir suchten, stand in Wahrheit im Original.
Nachklang
Bei der Rückgabe stand das Sofa im Tageslicht. Simone ging einmal herum, blieb vor dem Rücken stehen und drückte mit dem Daumen in eine der Mulden, so wie man das bei einem Chesterfield macht, den man seit zwanzig Jahren besitzt. «Die Knöpfe sind noch dieselben», sagte sie. Das war das Kompliment, und es war berechtigt: Alle sieben hatten wir wiederverwendet, jeder einzelne neu durchgezogen.

Was Sie daraus mitnehmen können
Leder lässt sich in vielen Fällen retten: Risse, Kratzer und ausgeblichene Stellen können aufgearbeitet, Nähte neu gesetzt und einzelne Teile ersetzt werden. Ein Foto im Tageslicht und die Angabe des Alters helfen uns bei der ersten Einschätzung.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Ledersofa Reparatur bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















