Dellen sind schwer zu fotografieren. Unsere Kundin schrieb das selbst, mit dem Bedauern einer Person, die weiss, dass sie ein Bild von etwas Flachem macht.
Wie alles begann
Dellen sind schwer zu fotografieren. Unsere Kundin schrieb das selbst, mit dem Bedauern einer Person, die weiss, dass sie ein Bild von etwas Flachem macht. Sie hatte einen Womb Chair, Original Knoll, Baujahr des Stücks 2019, bezogen mit einem hellgrauen Wollstoff. Der Umzug war gut gemeint und schlecht verpackt: Der Sessel stand seitlich verkantet in einem Transporter, später lehnte etwas Schweres auf der Rückseite. Das Gestell, so ihre eigene Diagnose, sei strukturell intakt; aber im Rückenteil klaffe eine Delle von etwa zehn Zentimetern, und auf der rechten Armlehne sei eine zweite.

Beratung und Vorbereitung
Wir baten um eine Aufnahme im Streiflicht – eine Taschenlampe seitlich über die Polsterfläche, Rollo halb herunter. So sieht man, was man fühlt. Das Bild kam binnen einer Stunde, und die Delle war deutlich wie ein Fingerabdruck im Schnee.

Die Entscheidung
Unsere erste Rückmeldung war kurz und nüchtern: den Bezug ersetzen, mehr nicht. Ein Wollstoff, der einmal über eine Delle gespannt war, merkt sich diese Form; ihn wieder glatt zu bekommen, ist ein Wunsch, keine Arbeit. In den Werkstattzettel schrieben wir eine Aufschlüsselung der Arbeit in Material, Zuschnitt, Naht und Montage, weil genau danach gefragt worden war, dazu eine realistische Frist von drei Wochen – der Stoff musste erst bestellt werden. Das lose Sitzkissen, das zum Womb Chair gehört, wollten die Eigentümer behalten; wir reinigten es, dampften die Oberflächen auf und nähten ihm einen neuen Keder, damit es sich dem neuen Bezug nicht als Fremdkörper verweigert.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Beim Zerlegen zeigte sich, was keine Liste verrät: Der Schaumstoffkern hatte den Druck nicht vergessen. Die Dellen sassen so tief, dass ein neuer Bezug sie bloss schöner verpackt hätte, also legten wir den Kern aus formstabilem Blockschaum neu auf, an den Schulterzonen zwei Zentimeter höher als vorn. Dabei fanden wir einen hauchfeinen Riss im Rand der Fiberglaschale – harmlos, aber hörbar, wenn man sich zurücklehnt. Wir klebten ihn, isolierten ihn mit Vlies und schnitten den Bezug aus einem feinen, hellgrauen Walkstoff mit leichter Noppenstruktur, die Kederfassung in einem Ton näher am Original als das Muster im Katalog.
Rückgabe und Fazit
Nach der Rückgabe kam eine Nachricht mit einem einzigen Satz: Der Sessel stehe wieder am Fenster, und die Delle gehöre jetzt zu den Geschichten, die man erzählt.

Was Sie daraus mitnehmen können
Ein Möbelstück, das sich reparieren lässt, ist meist das nachhaltigere und oft auch das günstigere Möbelstück. Fotos der Schadstelle, ein paar Masse und die Angabe, wie lange das Möbel schon im Einsatz ist, genügen für eine erste Einschätzung.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Polsterreparatur bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















