Manche Anfragen klingen wie ein Plädoyer. Eine Frage, klar begründet, dann die Bitte um einen Zeitrahmen, am Schluss der Vorschlag, lieber kurz zu telefonieren.
Wie alles begann
Manche Anfragen klingen wie ein Plädoyer. Eine Frage, klar begründet, dann die Bitte um einen Zeitrahmen, am Schluss der Vorschlag, lieber kurz zu telefonieren. Unser Kunde schrieb an einem Donnerstagabend um 17:22 Uhr, mit zwei Fotos im Anhang und der Frage, ob wir solche Arbeiten überhaupt führen. Sein Drehstuhl war ihm seit vielen Jahren treu gewesen; nur die Armlehnen hatten aufgegeben. Das Leder war an den Aussenseiten weggerieben, und der darunterliegende Schaumstoff rieselte heraus, Stück für Stück, auf die Armel seines Jackets.

Beratung und Vorbereitung
Wir antworteten ein paar Tage später, so knapp wie er gefragt hatte: machbar, mit echtem Leder, zwei Tage Bearbeitungszeit. Er schrieb zurück, ob er denn gleich am Nachmittag vorbeibringen könne, und tat es dann auch – auf einem Handwagen, mit der Bemerkung, ohne Armlehnen könne er schlecht telefonieren. Also schoben wir die Arbeiten so, dass er am Mittag mit einem Leihstuhl aus unserem Lager nach Hause fahren konnte.

Die Entscheidung
Die Diagnose in der Werkstatt war einfacher als erwartet und trotzdem aufwendiger, als die Fotos vermuten liessen. «Nachfüllen», wie der Kunde geschrieben hatte, wollten wir nicht: Flocken Schaum halten keine Form, sie wandern unter dem Stoff und drücken sich nach ein paar Wochen wieder durch. Wir schnitten die weichen Ränder sauber ab, setzten neue Formteile aus hochverdichtetem Polyätherschaum ein und bauten die Auflage mit einem Vlies so flach auf, dass die ursprüngliche Silhouette des Stuhls erhalten blieb. Beim Leder entschieden wir uns für ein schwarzes, pflanzlich gegerbtes Rindsspaltleder von 1,3 Millimetern Stärke, angenehm warm und deutlich abriebfester als das originale Material. Für die gerundeten Kappen nahmen wir Lehren, spannten sie von innen und vernähten die Kanten mit einem feinen Zierstich, den man nur sieht, wenn man danach sucht.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Zwischen Abgabe und Rückgabe lagen zwei Tage, wie versprochen. Am ersten Tag wurde zerlegt und geschnitten, am zweiten bezogen, gespannt und vernäht; die Ruhezeit von ein paar Stunden gehört dazu, weil sich Leder unter Spannung setzt und wir nichts montieren wollen, das am dritten Monat wieder Falten wirft.
Rückgabe und Fazit
Am zweiten Nachmittag stand er wieder in der Tür, drehte sich einmal im Kreis, legte die Unterarme auf und sagte: «Besser als am ersten Tag.» Wir glauben ihm gern – nachzusehen war schliesslich nichts mehr.

Was Sie daraus mitnehmen können
Viele Schäden sehen schlimmer aus, als sie sind. Wer früh reagiert und die Stelle nicht weiter belastet, spart sich oft einen Neubezug. Eine Reparatur in unserer Polsterwerkstatt in Wetzikon ist in vielen Fällen schon nach wenigen Tagen erledigt.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Möbel reparieren bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















