Vier Mails in zwei Wochen, jedes Mal höflich, jedes Mal mit derselben Frage: Sind die Fotos angekommen, kann sich das jemand anschauen?
Wie alles begann
Vier Mails in zwei Wochen, jedes Mal höflich, jedes Mal mit derselben Frage: Sind die Fotos angekommen, kann sich das jemand anschauen? Antonio R. hatte vor zwei Jahren in Italien ein grosses, dunkelbraunes Ledersofa gekauft, eine Anlage mit langem Chaiselongue-Teil, und seit ein paar Monaten machte ihr Mittelteil Sorgen. «Die Lehne hat extrem viel Spielraum», schrieb er, und man merkte, dass er selbst nicht wusste, ob das ein Drama oder eine Kleinigkeit war.





Beratung und Vorbereitung
Wir fuhren nach Schwellbrunn, und der Befund war so unspektakulär wie häufig: kein Lederfehler, kein Polsterfehler, sondern eine Holzverbindung, die ihren Dienst verweigerte. Die Leiste hinter der mittleren Rückenlehne war im Werk nur geleimt und gedübelt worden. Durchs Aufstehen, durchs Nachhintenlehnen und durch die zwei Kinder, die dort ihre Rangeleien austrugen, hatte sich der Leim gelöst. Von aussen sah man nichts – ausser dass die Lehne bei jedem Positionswechsel leicht nachgab.





Die Entscheidung
Unsere Diagnose stand noch im Wohnzimmer: Wir mussten die Polster abtrennen, die Verbindungen ausnehmen, neu leimen und mit Winkelhölzern verstärken, damit es nicht noch einmal passiert. Wir erklärten den Umfang in zwei Sätzen, offen und ohne Überraschung am Schluss. Antonio R. schrieb zurück, er sei froh, dass es «nur» das Gestell sei, und bat um einen Termin.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
In der Werkstatt wurde genau das gemacht. Der Bezug ging an den Nähten auf, wir reinigten die alten Leimfugen bis auf das Holz, setzten neue Dübel und zwei kleine Leisten und schlossen alles mit denselben Klammern und Nähten, die vorher dort gewesen waren. Das Leder selbst blieb unangetastet; es war gut gepflegt und hatte nur eine leichte Sitzfalte auf der Chaiselongue, die wir beim Schluss mit etwas Dampf glätteten.
Rückgabe und Fazit
Als wir zurückbrachten, stellte Antonio R. sich mit beiden Händen an die mittlere Lehne und lehnte sich dagegen – erst sachte, dann mit Nachdruck. Nichts spielte. «Das ist jetzt fester als am Anfang», sagte er, und wir haben uns selten über ein Kompliment gefreut, das die Arbeit so präzise beschreibt. Dann bat er uns noch auf einen Kaffee, und wir fuhren mit vollem Tassenbrett zurück in die Werkstatt.

Was Sie daraus mitnehmen können
Ein Möbelstück, das sich reparieren lässt, ist meist das nachhaltigere und oft auch das günstigere Möbelstück. Fotos der Schadstelle, ein paar Masse und die Angabe, wie lange das Möbel schon im Einsatz ist, genügen für eine erste Einschätzung.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Möbel reparieren bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















