Die Fotos kamen frühmorgens um vier Uhr achtundfünfzig, direkt vom Handy, und sie zeigten, was uns immer am meisten freut: ein Möbelstück, das jemand noch will.
Wie alles begann
Die Fotos kamen frühmorgens um vier Uhr achtundfünfzig, direkt vom Handy, und sie zeigten, was uns immer am meisten freut: ein Möbelstück, das jemand noch will. Eine cremefarbene Rolf-Benz-Polstergruppe, in zwei Teile zerlegbar, seit achtundzwanzig Jahren im selben Wohnzimmer, die Sitzqualität, wie die Kundin schrieb, «immer noch sehr gut». Man sah es. Die Kissen hatten noch Spannung, die Nähte waren gerade, nur der Stoff selbst war müde geworden und an einigen Stellen vom Katzenalltag gezeichnet.


Beratung und Vorbereitung
Was dann folgte, war ein ehrliches Gespräch über Erwartungen, und wir mögen solche. Die Kundin schrieb offen, dass sie sich die Sache lange überlegt habe: Die Gruppe solle ihr Alter nicht verleugnen müssen, aber sie solle noch zwanzig Jahre halten, und man wolle ihr dabei kein fremdes Kostüm überziehen. Ob es auch eine schlankere Variante gebe, sonst müsse man verschieben oder überdenken. Das ist keine Unverschämtheit, das ist Vernunft, und sie verdient eine ebensolche Antwort.

Die Entscheidung
Also sprachen wir über Material. Ein Alcántara zum Beispiel ist ein feiner, fast ledriger Stoff, und für eine Gruppe dieser Grösse braucht man schnell vierzehn Laufmeter davon; er will ausserdem anders genäht werden als ein festerer Webstoff, weil er jede Ungenauigkeit sofort zeigt. Die Arbeit selbst bleibt dieselbe, und sie wird bei einer Polstergruppe, die sich zerlegen lässt, nicht weniger, nur weil der Stoff ein anderer ist. Was wir aber anbieten konnten, war ein getesteter Möbelstoff, ein Webstoff mit hohem Scheuertourenwert, der die Katzen verzeiht und die Farbe hält. Ausserdem, und das war der stille Glücksfall, hatten wir die ursprünglichen Schnittmuster dieses Modells noch in der Kartei. Wer einmal so ein Sofa gebaut hat, muss das Rad nicht neu erfinden, und das spart Stunden.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Der Karton mit den Mustern blieb zwei Tage im Wohnzimmer liegen, dann gab die Kundin den Auftrag. In der Werkstatt wurde die Gruppe in zwei Hälften geteilt, der Schaum an den Sitzflächen saniert, wo er sich gesetzt hatte, und alles mit dem neuen Bezug versehen, ohne dass wir die Proportionen anrührten. Als das Sofa zurückstand, kam einen Tag später eine Nachricht mit einem Foto: die Katze, bereits wieder auf ihrem Stammplatz, und der Satz, dass es sich anfühle, als wäre nichts gewesen, nur schöner. Das ist das Kompliment, das wir bei einer Restauration hören wollen.

Was Sie daraus mitnehmen können
Bei einer Möbelrestauration lohnt es sich, nichts vorschnell wegzuwerfen: Schnitzereien, Gestelle und originale Federkonstruktionen sind oft wertvoller als der Bezug. Wir beraten Sie, was erhalten und was erneuert werden sollte.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Polster restaurieren bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















