Es begann mit einem Anruf und endete mit einer Nachricht in zwei Zeilen: «... wie soeben besprochen, freundliche Grüsse», darunter die halb verlegene…
Wie alles begann
Es begann mit einem Anruf und endete mit einer Nachricht in zwei Zeilen: «... wie soeben besprochen, freundliche Grüsse», darunter die halb verlegene Entschuldigung, das Mobiltelefon habe so kurz angebunden. So verstehen wir unsere Arbeit am liebsten: Wer anruft, weiss, dass man ein Sofa nicht als Dateianhang erklärt.

Beratung und Vorbereitung
Am Hörer erzählte ein Mann von einem DeSede-Sofa, das er und seine Frau 1994 in Italien gekauft hätten, in einem Laden mit grobem Terrazzoboden und einer Fotowand, deren Bilder handschriftlich nummeriert waren. Das Möbel mit seinen welligen, fein eingefassten Kissen sei seither die Mitte des Hauses gewesen: Geburtstage darauf, Hausaufgaben darauf, Sonntagfilme, dazu eine Katze mit ausgeprägtem Revieranspruch am linken Armteil.

Die Entscheidung
Inzwischen machte das Sofa selbst von sich reden. Die Sitzkissen hatten Druck verloren, die Nähte waren müde, und an einer Längsseite war ein Keder gerissen, sodass sich das Polster an genau dieser Stelle aufwölbte, als wollte es hervorquellen. Zwei Fotos lieferte er nach, aufgenommen beim Abendessen, mit schiefem Horizont und bester Absicht.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Bei der Besichtigung zeigte sich, was die Bilder ahnen liessen: Der Schaumstoff war stellenweise auf siebzehn Millimeter zusammengesackt, die Hüllen selbst aber solide genug für eine Rettung. Wir legten die Stoffkarten auf den Wohnzimmertisch und liessen uns Zeit, denn bei einem Möbel, das drei Generationen von Sonntagen getragen hat, darf man die Farbe nicht übers Knie brechen. Der Originalstoff war seit Jahren nicht mehr erhältlich. Nach zwei Musternachmittagen fiel die Wahl auf ein dichtes Mikrofaservelours in Anthrazit, mit Kedern in einem etwas kühleren Grau, damit die Linienführung des Modells sichtbar bleibt.
Rückgabe und Fazit
In der Werkstatt legten wir die Kissen frei, ersetzten die unteren Schaumlagen durch hochelastischen Blockschaum, bauten die Ränder mit Vlies wieder rund und nähten sämtliche Teile neu. Beim Zuschnitt achteten wir darauf, dass der Flor des Stoffes überall in dieselbe Richtung läuft – sonst wirkt ein Sofa unter Lampenlicht gefleckt, egal wie sorgfältig man gearbeitet hat. Die Klettverbindungen der Module erneuerten wir ebenfalls, damit das Sofa weiterhin beweglich bleibt wie ein Baukasten. Am Übergabetag kam die Katze ins Bild: Sie inspizierte das linke Armteil, drehte zweimal, blieb liegen. Ein besseres Protokoll gibt es nicht.

Was Sie daraus mitnehmen können
Bevor Sie ein Möbel ersetzen, lohnt ein genauer Blick auf die Schadstelle: Oft ist nur eine Naht, ein Gurt oder eine einzelne Feder betroffen. Schicken Sie uns zwei bis drei Fotos mit einem Massband daneben, dann sagen wir Ihnen meist schon vorab, ob eine Polsterreparatur genügt.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Polsterreparatur bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















