«Wir besitzen dieses Möbelstück schon seit einigen Jahren – aber das Sitzen ist hart und ungemütlich geworden.» Mit diesem ehrlichen Satz meldete sich Familie H.
Wie alles begann
«Wir besitzen dieses Möbelstück schon seit einigen Jahren – aber das Sitzen ist hart und ungemütlich geworden.» Mit diesem ehrlichen Satz meldete sich Familie H. aus Hinterweil im März 2025 bei uns. Es ging um einen Himolla Trapez mit dunkelrotem Lederbezug, 2011 gekauft, damals ein kleiner Festtag: Man hatte sich das Stück gemeinsam ausgesucht, probegesessen, lange über die Farbe diskutiert. Vierzehn Jahre später war das Möbel optisch tadellos, das Leder hatte sogar einen schönen, weichen Griff bekommen – nur die Polster hatten aufgegeben. Wer sich setzte, spürte die Leisten unter der Schaumstoffschicht, und nach einem Abend vor dem Fernseher wurde das Aufstehen zur Erlösung.


Beratung und Vorbereitung
Wir baten um Fotos. Die drei Bilder, die eintrafen, waren gute Aufnahmen: frontal, seitlich, die Armlehne in der Trapezstellung nach aussen geklappt. Man sah die Querfalten in der Sitzfläche, das leicht wellige Nackenpolster, den Abrieb auf der linken Armlehne. Trotzdem fuhren wir an einem Dienstag nachmittags hinaus – ein Relaxsofa kann man nicht einfach in den Bus laden.

Die Entscheidung
Im Workshop öffneten wir den Unterboden. Der Bezug sass straff, die Nähte waren heil, das Leder hatte keinen einzigen Riss. Ein Neubezug wäre schade um dieses Material gewesen. Also entschieden wir uns für die Aufpolsterung: alten Schaum raus, Nosagfedern geprüft und nachgespannt, die drei Kammern mit hochelastischem HR-Schaum neu aufgebaut, die Sitzfläche mit einer Lage Vlies kaschiert, damit die Härtepunkte verschwinden. Die Armlehnen bekamen eine dünnere, festere Auflage, weil sie beim Verstellen mitwandern. Vor dem Wiederbeziehen behandelten wir das Leder mit einem milden Pflegemittel, damit es geschmeidig bleibt.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Ein Neubezug wäre eine Verschwendung dieses Leders gewesen, und genau das war der Gedanke hinter der Aufpolsterung: das Leder durfte bleiben, nur darunter musste wieder Spannung hineinkommen.
Rückgabe und Fazit
Zwei Wochen später stellten wir das Sofa wieder an seinen Platz. Herr H. sass zuerst schweigend probe, stand auf, setzte sich erneut und sagte bloss: «Genau so war das damals.» Die Frau des Hauses strich über die Armlehne, als wolle sie sich vergewissern, dass sie noch dieselbe ist. Der Sessel steht wieder neben der Blumenvase am Fenster. Nur die Fernbedienung rutscht nicht mehr in die Ritze.

Was Sie daraus mitnehmen können
Ein Neubezug lohnt sich, wenn Gestell und Federung noch gut sind. Das lässt sich auf Fotos meist gut beurteilen. Wir prüfen vorab, ob die Polsterung ebenfalls aufgefrischt werden sollte, damit der neue Stoff nicht über müder Füllung liegt.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Neubezug bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















