Zwölf Fragen in einer Mail, sauber durchbuchstabiert, und eine Massliste, die verriet, dass hier jemand vorher nachgemessen hatte: Breite 180, Länge 220,…
Wie alles begann
Zwölf Fragen in einer Mail, sauber durchbuchstabiert, und eine Massliste, die verriet, dass hier jemand vorher nachgemessen hatte: Breite 180, Länge 220, Kopfteil 80 cm hoch und 18 cm breit, der Stoff an drei Seiten rund ums Bett 12 cm und dann noch ein Stück nach innen gezogen, dazu Detailfotos. Nadine und Thomas K. hatten vor fünfzehn Jahren ein Bett von Ligne Roset gekauft, vor ein paar Jahren Gestell und Matratzen ersetzt – nur der bezogene Rahmen war geblieben, samt seinem grauen, fleckig gewordenen Leinen.



Beratung und Vorbereitung
Sie fragten nach dem Stoff, nach Mustern vor Ort, nach der Dauer – und nach der Zeit, in der sie irgendwo anders schlafen müssten. Diese letzte Frage mögen wir, weil sie ehrlich ist. Wir legten den Umfang in Ruhe dar, sagten offen, dass es machbar ist, und dass ein Bett dieser Art nicht nebenbei verschwindet. Am Samstagvormittag stand der Musterkoffer auf unserem Werktisch, und die beiden kamen mit Notizen.



Die Entscheidung
Beim Stoff entschieden sie sich gegen die sichere graue Kopie des alten und für ein dichtes Leinenmischgewebe in einem warmen Sandton, das das Schräglicht im Dachzimmer mitmacht. Wir schnitten alles neu zu, inklusive der Teile, die man nie sieht, und ersetzten die ausgeleierten Klettbänder durch neue, damit sich die Hülle in zehn Jahren wieder abnehmen lässt. Wo der alte Bezug an den Ecken gefaltet war, nähten wir sauberer: Gehrung statt Umschlag, von Hand gesteckt.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Damit die Nacht ausserhalb des Bettes kurz blieb, holten wir montags und lieferten donnerstags zurück – drei Arbeitstage, wie versprochen, plus zwei Fahrten. Ihr Sofa diente in der Zwischenzeit als Schlafstelle, wie sie schrieben, und sie hätten es «mit Humor überstanden». Am Donnerstag stand das Bett wieder im Raum, die Matratzen lagen drauf, und Thomas K. machte vor dem Hinlegen noch ein Foto von der neuen Kante am Kopfteil: 18 cm, exakt getroffen.
Rückgabe und Fazit
Wir haben es uns später angeschaut und verstanden, warum. Ein neu bezogenes Bett ist das einzige Möbel, dessen Qualität man am nächsten Morgen mit einem ganz anderen Blick prüft.

Was Sie daraus mitnehmen können
Ein Möbel nach Mass beginnt mit einem Gespräch über Nutzung und Alltag. Wer sitzt wo, wie oft, wie lange? Aus diesen Antworten entstehen Härtegrad, Form und Bezug. Das Ergebnis ist ein Stück, das zu Ihrem Raum passt und nicht umgekehrt.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Massanfertigung bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















