Sieben Bilder, aufgenommen kurz vor sieben Uhr an einem Apriltag, noch im künstlichen Licht der Wohnung: ein Sofa, an dem man auf den ersten Blick sieht, dass…
Wie alles begann
Sieben Bilder, aufgenommen kurz vor sieben Uhr an einem Apriltag, noch im künstlichen Licht der Wohnung: ein Sofa, an dem man auf den ersten Blick sieht, dass es einmal gut war. Die Sitzfläche wellte sich, an den Aussenlehnen war das Leder trocken geworden und in feinen Rissen aufgebrochen, und unter einer Kante schaute das alte Vlies hervor. Frau und Herr W. schrieben uns, sie hätten «ein sehr strapaziertes Ledersofa», und legten drei Fragen bei, die uns sehr willkommen sind: Ob sich dieses Stück überhaupt sinnvoll restaurieren lasse, ob sie für eine Beratung vorbeikommen dürften, und wie so ein Auftrag überhaupt ablasse und wie lange er dauere.




Beratung und Vorbereitung
Bei solchen Fragen sind wir ehrlich, denn ein Sofa ist keine Ware aus dem Katalog. Wir schrieben, dass eine Teilüberziehung weit weniger eingreift als die komplette Arbeit mit neuer Polsterung und gutem Leder, und dass man den Unterschied erst am Stück selbst wirklich beurteilen kann — dazu den Satz, der in solchen Fällen immer stimmt: Kommen Sie vorbei, bringen Sie das Stück oder wenigstens Masse mit, dann reden wir über den Befund und nicht über Vermutungen.



Die Entscheidung
Sie kamen am folgenden Samstag, mit einem USB-Stick voller Fotos und mit der ruhigen Hartnäckigkeit von Leuten, die dieses Sofa geerbt haben. Es stammte aus dem Haushalt der Grossmutter, stand seit den Achtzigern praktisch am selben Platz und hatte zwei Generationen von Gästen getragen. An unserer Ledertafel, wo die Häute an der Wand hängen, entschieden sie sich schliesslich für ein Narbenleder in einem warmen Nussbraun — nicht damit es neu aussehe, sagten sie, sondern damit es wieder so werde wie am Anfang.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Im Werk zogen wir den alten Bezug komplett ab und legten das Innenleben frei: die Polsterwatte zu Platten zusammengepresst, zwei Federn ermüdet, die Eckverbindungen nicht mehr ganz steif. Wir leimten nach, ersetzten die Federung, bauten die Sitzfläche mit Kaltschaum und einer Schicht Vlies neu auf und nähten die Hülle nach dem alten Schnitt. Der Rahmen wurde geschliffen und wieder gewachst, damit die Holzkante zum Leder passte. Nach gut zwei Wochen fuhren wir das Sofa zurück. Die Grossmutter sass am Tag danach zum ersten Mal wieder darauf und hatte, wie Herr W. berichtete, nichts auszusetzen.

Was Sie daraus mitnehmen können
Bei einer Möbelrestauration lohnt es sich, nichts vorschnell wegzuwerfen: Schnitzereien, Gestelle und originale Federkonstruktionen sind oft wertvoller als der Bezug. Wir beraten Sie, was erhalten und was erneuert werden sollte.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Möbelrestauration bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















