Es begann mit einer kleinen hellen Schuppe auf der schwarzen Sitzfläche, und dann war es eine Frage von Wochen, bis mehr kamen.
Wie alles begann
Es begann mit einer kleinen hellen Schuppe auf der schwarzen Sitzfläche, und dann war es eine Frage von Wochen, bis mehr kamen. Marco V. schrieb, sein Bürostuhl sei «in die Jahre gekommen». Dabei war der Stuhl selber das Problem nicht: ein Gestell aus poliertem Aluminium, eine hohe Rückenlehne mit zweiter Kopfstütze, einzeln gepolsterte Armlehnen – ein Möbelstück für lange Tage im Homeoffice. Nur der Überzug war Kunstleder, und Kunstleder nimmt nach einigen Jahren die eigene Haut ab.





Beratung und Vorbereitung
Er schickte zehn Fotos, auf allen dasselbe Bild: An der Sitzkante blätterte die Beschichtung in kleinen Fetzen ab, darunter kam ein Gewebe zum Vorschein, das schon lange nicht mehr schwarz war. An den Armlehnen sah es genauso aus, und an der Lehne zog sich ein feiner Riss entlang der Naht. Er bat um zwei Offerten – einmal alles in echtem Leder, einmal nur die Sitzfläche, denn Rückenlehne, Sitz und Armlehnkissen waren bei diesem Modell Einzelteile.





Die Entscheidung
Wir legten beide Varianten offen, mit dem Hinweis, dass wir bei einer Mischlösung aus restlichem Kunstleder und neuem Leder in zwei Jahren genau wieder hier sässen. Ausserdem steckt die ganze Arbeit im Zerlegen und Wiederzusammenbauen, nicht im Material. Er entschied sich für die komplette Lösung: alles in einem satten, dunklen Rindnappa mit feiner Narbung, der sich im Winter nicht kalt anfühlt und im Sommer nicht klebt.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Dann kam die stille Handarbeit: alte Hüllen abziehen, Kederleisten ausbauen, Polsterschäume prüfen und wo nötig leicht nacharbeiten, Zuschnitt nach Schablone. Wo die alte Naht durch das Ausfransen zu dünn geworden war, setzten wir eine zweite. Die Keder an den Kanten nähten wir aus dem gleichen Leder nach, damit die Silhouette des Stuhls erhalten bleibt – sie ist es, die diesen Entwurf ausmacht.
Rückgabe und Fazit
Nach gut zwei Wochen stand der Stuhl wieder am Schreibtisch von Marco V. Bei der Übergabe sagte er einen Satz, an den wir seither oft denken, wenn jemand fragt, ob sich ein einzelner Bürostuhl lohne: Er habe in zehn Jahren nie wirklich bequem gesessen, und jetzt wisse er endlich, woran es lag.

Was Sie daraus mitnehmen können
Bei Massanfertigungen entscheiden Millimeter. Wer uns Masse mit Skizze und Foto schickt, spart Rückfragen und bekommt eine genauere Offerte. Wir klären Schaumstoff, Härtegrad und Bezug vorab mit Ihnen ab, damit das fertige Stück sitzt wie gedacht.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Polstermöbel nach Mass bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















