«Grüezi, ich habe zwei Lederstühle, die repariert werden müssten» – so begann die Mail von Thomas K.
Wie alles begann
«Grüezi, ich habe zwei Lederstühle, die repariert werden müssten» – so begann die Mail von Thomas K. an einem Montag im März. Fünf Handyfotos hingen daran, aus verschiedenen Winkeln aufgenommen, eines so nah herangeholt, dass man die gelöste Kante beinahe spüren konnte. Beim einen Stuhl hing der schwarze Lappen in Falten unter dem Sitz, das helle Füllmaterial schimmerte durch. Beim zweiten war es vorerst nur ein schmaler Spalt, kaum zwei Finger breit.
Beratung und Vorbereitung
Die Stühle seien elf Jahre alt, schrieb er, ein Esstischset mit hellen Holzbeinen. Unten herum sei der Bezug mit einer dünnen Leiste gehalten worden; beim Staubsaugen unter dem Tisch, vielleicht aber auch einfach mit den Jahren, habe sich das gelöst. Wir sagen in solchen Fällen jeweils dasselbe: Was kaputt aussieht, sitzt fast immer unten. Oben liegt der Bezug straff und unsichtbar, unten wird er geschlagen, geleimt, getackert – und dort gibt die Verbindung zuerst nach.
Die Entscheidung
Wir antworteten mit einer groben Einschätzung und der Bitte, einen der beiden Stühle vorbeizubringen – Fotos allein reichen bei so etwas nicht, man muss die Kante in der Hand haben. Im April meldete sich Thomas K. nochmals, sehr verbindlich, mit neuen Fotos: Diesmal gehe es nur um einen Stuhl, der zweite sei inzwischen so weit, dass sich die Arbeit nicht mehr lohne. Wir zeigten ihm beide Wege – den Bezug wieder anlösen und neu fixieren, oder eine neue Sitzplatte einsetzen – und er entschied sich für die Reparatur.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Er brachte den Stuhl dann selbst vorbei, im Kombi, gut in Decken gewickelt. In der Werkstatt nahmen wir die Sitzplatte ab, prüften den Schaumstoff, reinigten die Kante und fuhren das Material mit lösungsmittelfreiem Kontaktleim wieder an. Statt bloss zu kleben, setzten wir eine schmale Sperrholzleiste mit feinen Klammern, damit die Spannung künftig gleichmässig verteilt bleibt. An den zwei Druckstellen, die das Füllmaterial schon hatte, legten wir rundum ein Stück Polyätherschaum nach.
Rückgabe und Fazit
Am Samstag kam er persönlich abholen. Er drehte den Stuhl um, strich mit dem Daumen unter die Kante und sagte nur: «Genau so war das am Anfang auch.» Zu Hause stellte er ihn auf die Seite des Tisches, wo die Kinder sitzen – dorthin, wo am meisten gerubbelt und gezogen wird.

Was Sie daraus mitnehmen können
Bevor Sie ein Möbel ersetzen, lohnt ein genauer Blick auf die Schadstelle: Oft ist nur eine Naht, ein Gurt oder eine einzelne Feder betroffen. Schicken Sie uns zwei bis drei Fotos mit einem Massband daneben, dann sagen wir Ihnen meist schon vorab, ob eine Polsterreparatur genügt.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Möbel reparieren bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















