Die Anfrage kam aus der Buchhaltung und war mit «Priorität: Hoch» markiert – eine Kombination, bei der wir immer kurz lächeln.
Wie alles begann
Die Anfrage kam aus der Buchhaltung und war mit «Priorität: Hoch» markiert – eine Kombination, bei der wir immer kurz lächeln. Sandra L. schrieb, man suche eine Polsterei für acht Barhocker in der Kantine: bestehender Bezug und alte Polsterung herunter, neuer Kaltschaum von rund dreissig Millimetern in Sitzqualität, neuer Bezug nach Mass. Dazu die Frage nach dem Ablauf und der Dauer. Am selben Tag antworteten wir mit einer klaren Zusage für alle acht Hocker – Schaumstoff, Bezug und Handarbeit in einem Schritt, Abholung und Rückbringung inklusive. Und mit einer Empfehlung, die nach Fachsimpelei klingt, aber über die Haltbarkeit entscheidet: Wir setzen SLT-Schaum ein, keinen weichen HR-Schaum, weil die Kanten bei dauernder Belastung nachgeben und sich dann wieder verformen.
Beratung und Vorbereitung
Am nächsten Morgen kam die Frage nach dem Farbton, dann die Bedingung: Der Stoff müsse strapazierfähig und pflegeleicht sein, es handle sich um eine Kantine, dort gehe öfter etwas herunter. Wir schickten Muster, die Kundin bat um Farbkärtchen per Post, und schliesslich stand ein Termin für die Besichtigung im Büro – freitags, aber nur bis halb drei, weil dann die meisten Leute schon im Wochenende waren. Wir waren um halb eins dort, zu zweit, mit dem Massband und einem Notizblock. Die Hocker standen in einer Reihe am Tresen, Sitzflächen aus dunklem, glänzend gesessenem Stoff, an zwei Stellen bereits eine helle Bahn, wo sich Tag für Tag dieselbe Person hingelegt hatte.
Die Entscheidung
Die Ausführung dauerte gut zwei Wochen, wie angekündigt. Wir holten zuerst vier Hocker ab und brachten sie nach einer Woche zurück, damit die Kantine nicht leer blieb. Der gewählte Stoff wurde ein dichtes, dunkles Gewebe mit hoher Scheuertour und ausgerüsteter Oberfläche, das den alten Ton aufnahm und trotzdem nicht nach Wartungsbereich aussah. Für jede Sitzfläche schnitten wir den Schaum mit leichter Wölbung zu, damit die Kante hält, und zogen die Bezüge von Hand straff.
Die Arbeit in unserer Werkstatt
Beim letzten Übergabetag sass bereits jemand auf dem ersten zurückgebrachten Hocker und ass eine Suppe. Sie fragte, ob die neu gekauft worden seien. Nein, sagten wir, nur neu gepolstert. Das ist, kurz gesagt, der schönste Satz in diesem Beruf.


Was Sie daraus mitnehmen können
Objektmöbel müssen mehr aushalten als Wohnmöbel. Wir wählen Stoffe mit hoher Scheuertour und pflegeleichter Oberfläche und polstern in Serie, damit alle Stücke gleich aussehen und sich gleich anfühlen.
Unverbindlich anfragenSo sieht es im Alltag aus
Ein Möbelstück ist erst gut, wenn es genutzt wird. Gastro-Polsterei bedeutet bei Egora deshalb immer auch, an den Alltag zu denken: wer sitzt wo, wie oft und wie lange. Die folgenden Bilder zeigen das Möbel im Einsatz (Visualisierung).






















